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up and down

jetzt saß er da, und starrte an die wand. er öffnete den kühlschrank starrte rein und schloss ihn, machte ihn wieder auf und las sich das etikett einer flasche durch. er wanderte durch den raum, alles kam ihm irgendwie leer und kalt vor, obwohl sein zimmer liebevoll eingerichtet war. er hörte musik. death cab for cutie. in solchen momenten liebte er diese musik. sie ließ ihn dahin schmelzen. er verlor sich in der musik und in seinen gefühlen. vor kurzem war das anders. vor kurzem war er weder alleine, noch traurig. vor kurzem genoß er sein leben. er sagte das gerne: genießen. auf jedes hoch folgt ein tief. oft hatte er diesen satz gehört. überall war es so: in der natur, in der liebe, im leben generell. doch das ihn ein tief einmal so runterziehen würde hatte er nicht gedacht. er hatte sich tatsächlich der illusion hingegeben, es könnte ewig so weitergehen. die illusion war jedoch sehr stark an die ferien gebunden. in den ferien war er jeden tag draußen, hatte nie gearbeitet und jeden atemzug genossen. er hatte viel geraucht, nicht nur tabak. er genoß es, er liebte dieses gefühl. das gefühl der unabhängigkeit, der freiheit. freiheit war ihm sehr wichtig. nie hatte er sich festlegen wollen. verpflichtungen fand er nahezu ekelig. sie stießen ihn ab und er verabscheute das gefühl nicht machen zu können was er wollte. er wanderte weiter durch den raum, ging zur toilette, legte sich wieder aufs bett, wechselte auf das sofa und setzte sich dann auf den balkon. vor kurzem war es sehr warm gewesen. vor kurzem war sommer, doch der sommer war jetzt zuende. bald würde er nicht mehr am rhein sitzen können, diesem fluss, der für ihn freiheit bedeutete. bald würde er sich drinnen aufhalten müssen. er holte sich eine jacke. ihm war kalt. zu gerne hätte er jetzt einen guten rotwein genossen. doch sein vorrat war erschöpft und er wollte nicht raus. er wollte diesen balkon nicht mehr verlassen. nie wieder unter menschen, die er nicht kannte. nie wieder anonym in der menge mitschwimmen, nie wieder weg von seiner wohnung. er wusste, dass das nicht möglich sein würde. er musste arbeiten, geld verdienen, wieder normal leben. die ferien waren jetzt vorbei und er musste in sein altes leben, in sein normales leben zurück finden. er konnte es schaffen.
8.1.09 19:56
 


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